Weg mit allen Vorurteilen, weg mit dem Adel, weg mit dem Stande - gute
Menschen wollen wir sein und uns mit der Freude begnügen, die die
Natur uns schenkt.
		-- Heinrich von Kleist (an Wilhelmine von Zenge, 1800)
%
Siehe, das nenn' ich doch würdig, fürwahr, sich im Alter beschäft'gen!
Er zerlegt jetzt den Strahl, den seine Jugend sonst warf.
		-- Heinrich von Kleist (Herr von Goethe)
%
Weißt du, was die alten Männer tun, wenn sie 50 Jahre lang um
Reichtümer und Ehrenstellen gebuhlt haben? Sie lassen sich auf einem
Herd nieder und bebauen ein Feld. Dann, und dann erst, nennen sie sich
weise. Sage mir, könnte man nicht klüger sein als sie, und früher
dahin gehen, wohin man am Ende doch soll?
		-- Heinrich von Kleist (an Wilhelmine von Zenge, 1801)
%
Mit demselben Gefühle, mit welchem du bei dem Abendmahle das Brot
nimmst aus der Hand des Priesters, mit demselben Gefühle, sage ich,
erwürgt der Mexikaner seinen Bruder vor dem Altare seines Götzen.
		-- Heinrich von Kleist (an Wilhelmine von Zenge,1800)
%
Wenn man sich so lange mit ernsthaften abstrakten Dingen beschäftigt
hat, wobei der Geist zwar seine Nahrung findet, aber das arme Herz
leer ausgehen muß, dann ist es eine wahre Freude, sich einmal ganz
seinen Ergießungen zu überlassen; ja es ist selbst nötig, daß man es
zuweilen ins Leben zurückrufe.
		-- Heinrich von Kleist (an Ulrike von Kleist, 1799)
%
Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn
hinstößt.
		-- Heinrich von Kleist
%
Steh, stehe fest, wie das Gewölbe steht. Weil seine Blöcke jeder
stürzen will.
		-- Heinrich von Kleist
%
Das Glück kann nicht wie ein mathematischer Lehrsatz bewiesen werden,
es muß empfunden werden, wenn es da sein soll.
		-- Heinrich von Kleist
%
Unsere äußeren Schicksale interessieren die Menschen, die inneren nur
den Freund.
		-- Heinrich von Kleist
%
Dies Ich war früher angelangt, als ich, und ich war hier, in diesem
Fall, mein Seel, Noch eh ich angekommen
		-- Heinrich von Kleist
%
Nicht ein Zehnteil würd´ ein Herr des Bösen tun, müßt er es selbst mit
eignen Händen tun.
		-- Heinrich von Kleist
%
